Aufrecht Runter
.

Juni 98

.

Stand 30. Juni 1998


Schwere Vorwürfe gegen SFOR
Die spanische Zeitung El Mundo hat der NATO vorgeworfen, Kinderprostitution in den Kasernen der Friedenstruppen in Bosnien zu tolerieren. In den Militärlagern bei Sarajevo mißbrauchten Soldaten der von der Nordatlanischen Allianz angefü,hrten SFOR-Truppen minderjährige Bosnierinnen sexuell, schreibt das regierungsnahe Blatt in der gestrigen Ausgabe. Es werden Namen von 14 - und 15 jährigen genannt, die als Prostituierte in die Kasernen der Friedenstruppen eingeschmuggelt wurden. Das Geschäft mit der Prostitution von Minderjährigen werde von italienischen Soldaten und der einheimischen Mafia kontrolliert. Einer der bosnischen Zuhälter behauptet, er allein habe die Soldaten mit 6 Mädchen versorgt. Eine 14-jährige sei in einer Nacht von 12 italienischen Soldaten mißbraucht worden.
(dpa) aus der Heilbronner Stimme


Da ich momentan leide wie ein Hund, habe ich eine neue Seite eingebaut. Sie schildert meinen Kampf ums Nichtrauchen, den ich seit dem 7.Januar führe


Ich wurde nach einem Diskussionsforum für Überlebende gefragt. Falls jemand eine Adresse im Netz kennt, teilt sie mir doch bitte mit.


Die Kinder sind nicht schuldig
Kinder glauben fast immer, daß, sie am Mißbrauch schuld sind. Sie denken sie sind von Grund auf schlecht, schmutzig, nichts wert oder böse und hätten so den Mißbrauch herbeigeführt. Die Täter flößen ihnen diesen Irrglauben ein und verstärken ihn. Kinder vertrauen und glauben ihnen
Kinder können es sich nicht leisten, die Erwachsenen um sich herum für schlecht zu halten. Solange die Überlebenden glaubten, irgendwie trügen sie an allem die Schuld (ich brauchte die Aufmerksamkeit, wollte liebgehabt werden, habe die Schokolade genommen, bin mit dem Fahrrad gefahren, hatte ihn lieb) konnten sie an der trügerischen Hoffnung festhalten, durch eine Änderung ihres Verhaltens ließe sich der Täter aufhalten. Dieser Glaube ist - obwohl unsinnig und selbsttrügerisch - für Kinder leichter zu ertragen als die Gewißheit, daß ihre Bezugspersonen gewalttätig sind oder ihnen Schaden zufügen.
Viele Erwachsene Überlebende glauben immer noch, sie trügen die schuld an ihrem Mißbrauch. Eine der wichtigsten Aufgaben im Rahmen der Heilung ist die Einsicht - nicht nur im KOPF, sondern auch im BAUCH - daß die Täter für den Mißbrauch verantwortlich sind und nicht die Überlebenden, egal, was sie als Kinder oder Jugendliche getan, gesagt, gefühlt oder nicht getan haben.
aus VERBÜNDETE von Laura Davis im Orlando Frauenverlag erschienen


Also das was da unten steht und Helmut Kohl gesagt haben soll, Kinder die nicht geliebt werden, werden Erwachsene die nicht lieben, geht mir nicht aus dem Kopf.
Ich frage mich, ob ich wirklich nicht liebe, oder ob man das als Erwachsene noch lernen kann. Ich glaube auf gar keinen Fall, daß wir, die wir in der Kindheit nicht geliebt wurden, nicht lieben können. Wir haben es vielleicht manchmal schwerer, aber als lieblos möchte ich nicht bezeichnet werden.
Christa


Bündnis für Kinder
Bundeskanzler Helmut Kohl hat ein Bündnis für Kinder gefordert, um diese besser vor Gewalt und sexuellem Mißbrauch zu schützen.
Gleichzeitig apellierte der Kanzler an die Gutmütigen in unserem Land, sich der Anliegen der Kinder verstärkt anzunehmen.
Kinder die nicht geliebt werden, werden Erwachsene, die nicht lieben, sagte Kohl anläßlich einer Kinderschutzkonferenz im Bonner Kanzleramt. Kohl hatte zu der Konferenz etwa 80 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Medien eingeladen.
Familienministerin Nolte unterstrich, daß für Prävention von Verbrechen und die Verbesserung der Opferhilfe das notwendige Geld aufgebracht werden müsse. Wir müssen bereit sein, im Interesse unserer Kinder diese Kosten zu tragen.
Die CDU-Politikerin brandmarkte sexuelle Gewalt, die Abhängigkeit und Unterlegenheit von Kindern ausnutze, als Mord an Kinderseelen.
aus der Heilbronner Stimme


Habe mich nun doch entschloßen ein Gästebuch anzulegen, ich bekomme so viel positives Feedback, daß ich meine Meinung schon geändert habe.


Das Schweigen der Kinder
aus Sicher Leben Mit Ihrer Polizei
Nimm Dich in Acht vorm fremden Mann... - so warnen Eltern immer noch. Und die spektakulären Sexualmorde der letzten Monate verbreiten Angst und Schrecken. Doch es gibt auch eine andere, stark tabuisierte Ebene, in der Kinder leiden. Mitunter tagtäglich und qualvolle Jahre lang. Gemeint ist der Nahbereich: Täter sind Familienmitglieder oder Bekannte.
Polizeiliche Fachleute und Kriminologen sehen die Sache differenzierter, als es die öffentliche Meinung manchmal auf einen Nenner bringen will: Schlimmste Vorfälle spielen sich nämlich nach Erkenntnis der Experten auch im familiären Umfeld oder auch im Bekanntenkreis um das Opfer ab.

Das heißt: Das Kind wird durch Personen seines engeren Bereichs genauso brutal behandelt und mißhandelt wie in den spektakulären Fällen.

Dr. Michael Baumann von der Kriminalistisch-kriminologischen Forschungsgruppe des Bundeskriminalamtes: Der Täter ist oft sogar die wichtigste Bezugsperson des kleinen Wesens. Es kommt über Jahre hinweg zu sexuellen Übergriffen. Lebenslange physische und psychische Störungen sind die Folgen.

Das stille Leiden bleibt meist geheim. Es findet keinen Niederschlag in den Akten und Strafurteilen. Das Schweigen der Kinder eben.

Das Kind ist in irritierende Rollenwechsel verwickelt, erleidet ein Wechselbad von Liebe und Haß.

BKA-Kriminologe Dr. Baumann: Wenn sexuelle Ausbeutung in Familien nur annähernd so weit verbreitet ist, wie wir es annehmen, dann haben es alle Männer und Frauen irgenwann einmal mit Eltern, Freunden, Bekannten oder Verwandten zu tun, die Kinder sexuell ausbeuten oder diese Ausbeutung dulden.

Wie kann sich das Opfer retten? Dr. Baumann: Das Kind ist in einer solchen Situation extrem machtlos.

Es gibt im Grunde niemand, der sich für die Opfer einsetzt. Die Kinder werden vielfach von denen ausgebeutet, die sie eingentlich beschützen sollen. Auswege aus der Situation gibt es. Statt das Schweigen der Kinder als ein Signal dafür zu werten, daß alles gut ist, gilt es, sich auf mögliche Anzeichen einzustellen:

Nicht grundsätzliches Mißtrauen ist angesagt. Sondern ein aufmerksames und vorsichtiges Beobachten des Verhaltens des Kindes und seiner Äußerungen.

STATISTIK
aus Sicher Leben mit Ihrer Polizei
Die Polizeiliche Statistik registriert nur die Spitze eines Eisberges. Seit rund 10 Jahren wird bei sexuellem Mißbrauch von Kindern auch die Situation der Täter-Opfer-Beziehung erfaßt. Es wird gefragt, ob sich der Täter und das kindliche Opfer vor dem Mißbrauch bereits kannten. Ob es beispeilsweise Verwandte oder Bekannte waren. Die Statistik-Zahlen sind niedrig im Vergleich zum Dunkelfeld. Bei sogenannten Beziehungstätern (Opfer und Täter kannten sich) ist in den letzten Jahren eine stark ansteigende Tendenz festzustellen: 1986 wurden in den alten Bundesländern 2 613 Opfer erfaßt, die ihre Peiniger zuvor kannten. 1995 waren es schon 5 525. Das ist rund eine Verdoppelung dieser Zahlen. Dies dürfte ein Ergebnis erhöhter Aufmerksamkeit und Anzeigebereitschaft der Bevölkerung sein. Doch ist dies noch weiter zu aktivieren. Denn Kriminologen warnen: Das nicht bekannt gewordene Dunkelfeld ist in diesem Beziehungsbild als äußerst umfangreich einzuschätzen. Bei den wesentlich häufiger angezeigten Fällen ohne vorherige Täter-Opfer-Beziehung stagnieren die Zahlen.


Internet World Berlin 98
War im Mai auf der Internet World in Berlin (ganz alleine), daher war hier einige Tage nichts Neues zu erfahren, außerdem waren Pfingstferien.


Leseprobe aus Regine einer die auszog das Leben zu lernen


Wer hier für Selbsthilfegruppen Kontakte herstellen möchte melde sich bitte, auch bestehende Gruppen sind willkommen. Ebenso würde ich gerne Projekte von Gruppen veröffentlichen


Nach den Pfingstferien wird es hier eine Rubrik Prävention geben, das Material die Seite wird von Pfiffigunde e. V. gestellt.


Alle E-Mails an mich, die öffentlich gemacht werden dürfen setze ich auf entsprechende Seiten mit dem Namen Kommentare


Rauf