3/99 CHS

Inzwischen hat sich Marion wieder bei mir gemeldet und natürlich Gedichte geschrieben. Doch nicht nur das, sie hat in dieser Zeit auch viel bewegt für sich, hat Dinge erkannt und geändert . Es scheint als müssten wie &Uuberlebenden immer wieder durch Täler der Traurigkeit gehen, um eine alte Haut ab zustreifen und um wieder kraftvoll ins Leben empor zusteigen, mit neuem Mut und neuer Lebenskraft. Marion hat das getan, sie hat inzwischen eine eigene Internet Seite die unter der Adresse http://www.ferling-air.de im Netz zu finden ist.
Liebe Güsse und danke
Christa

Die Wolfsfrau
Es liegt ein Sklett dort in der Wüste.
Es ist verblichen durch die Sonne
Die Knochen die sind tot und leer
Es gibt ja doch kein Leben mehr.

Ich höre in der Fern ein Heulen
es kann mich aber nicht vergraulen,
es nähert sich und wird ganz klar
Eine Wolfsfrau kommt in meine Näh.

Sie geht durch diese wüste Öde
und stellt zusammen ein Gebilde
Ich schau ihr zu und ich erkenn,
eine Wölfin dort im Sand entsteht.

Die Wolfsfrau stimmt an ein selten Lied,
das Sklett sich jetzt mit Haut überzieht
Es bilden sich sogar die Muskeln
Und Leben in die Wölfin geht.

Das Lied wird immer stärker nun,
Die Wölfin im Sand nun nicht mehr liegt,
Sie springt jetzt auf und jagt davon
Ich seh sie in der Ferne noch kaum.

Da, die Wölfin ändert sich,
und ich jetzt eine Frau erblick.
Diese Frau kommt auf mich zu,
Und diese Frau sagt einfach Du.

Die Frau die ich dort jetzt erblicke
kommt in des meines innerstes Ecke
Die Wolfsfrau sich mit Ihr vereint
Und ich glücklich Trän verweint

Die Frau und Wolfsfrau gehörn zu mir
Ich muss auf sie achten, denn sie sind gut zu mir.
Ja, sie warnen mich vor der Gefahr
In der ich so oft so hilflos war.

In mir selbst ist die Wolfsfrau drin,
sie ist mein eigene Intuition
mein Warnsignal und noch mehr.
Sie ist die Urfrau in meiner Seel.


Ein längst verschollnes Leben
wird nun zurück gegeben.
Du warst so sehr weit fort von mir
und nun halt ich ein Brief von Dir
in meinen müden Händen.

Es jauchzt ein ganzer Vogelschwarm
Der Winter geht, und jetzt wirds warm
um Leben zu erbringen.
Du hast den Weg zurück gefunden
mit einer Seel und tiefen Wunden

Du lebst und durch die Deinige Kraft
wird dein Seele frei gemacht.
Wenn ich Dir helfen darf dabei
und Dich dann wieder lachen seh Dein Herz ist dann nicht mehr entzwei.


Leider habe ich lange nichts von Marion gehört. Ich hoffe es geht Dir einigermaßen gut.
Liebe Gruesse Christa!

Das 1. Gedicht von Marion Ferling habe ich am 18. Juli 1998 erhalten, seither hat Sie mir, wie ihr seht noch viele weitere geschickt. Ich habe Marion angeboten, für sie eine eigene Seite ins Netz zu stellen, da ich das Gefühl habe, es tut ihr sehr gut, daß sie so einiges los werden kann. Ich freu mich schon darauf. Dies ist die provisorische Version, der Anfang also. Da es beim Providerwechsel doch Schwierigkeiten gab, geht es leider nur langsam voran.

Hallo CHS,
ich bin heute durch Zufall auf Deiner Seite gelandet. Und moechte Dir meine Empfindungen schreiben.

Du bist mir so nah, obwohl doch so entfernt
Durch zwei Draehte verbunden, obwohl durch viele Kilometer getrennt
Du bist meine Hilfe obwohl Du mich nicht kennst
Du sprichst meine Sprache und Du tröstest mein Herz
und Du bringst meine Seele zum Schwingen
und was ein anderer mir nahm bist Du mir am bringen
DAS GEFUEHL: ZU LERNEN AUFRECHT GEHEN ZU KOENNEN.
von Marion


Die Seelen-Blume
das Samenkorn ins dunkle geht
darueber sanfter Wind sich regt
Ein warmes Wässerchen benetzt
das Korn, das nach Verständnis lechzt.

Die Kruste ist so hart und fest
und fast vergeht der Kräfte Rest
Da, endlich kommt es zu dem Riss
Die Erde nun die Sonn durchlässt.

Ein kleines Blättchen treibt hervor
wo ÖdŽ und Einsamkeit zuvor
Die Kruste ist besieget jetzt
auch wenn das Blättchen so verletzt.

Nun kann aus diesem kleinen Korn
entspringen eine Blume schon
Die Blätter geben nun die Kraft
Und eine Knospe treibt mit Macht.

Die Knospe öffnet nun den Schrein
und in schönen Farben nun erscheint
die Blüte makellos und rein
und schimmert auf der Öde.

Und siehe da, die vielen Blumen
die kommen aus der Erden Krumen.
Endlich sind wir jetzt erwacht
und nicht so allein, wie so oft gedacht.


Der Weg den ich hier gehen muss
ist schwer und keiner gibt mir einen Gruss;
der Wärme und des Sonnenlichts,
das das Dunkel jetzt in mir zerbricht.

Wie schön ist es nicht allein zu gehen
und lassen den Hauch durch unser Inners wehn.
Denn Hauch voll Licht so rein wie Kristall
so wollen wir sehen unsere Zukunft überall.

So lernen wir wieder Aufrecht zu gehn
dabei niemals mehr uns wie die Anderen sehn
Uns gutes zu tun ist unsere Pflicht
Hallo, Überlebende vergiss das bitte nicht.


Der Silberstreif

Es ist dunkel und es ist Nacht um mich.
Ich befinde mich wie im Verlies.
Das Dunkel ist kalt und es fröstelt mich
und es gibt für mich niemals Licht.

Ich kämpfe wie wild gegen ein Gespenst,
das mich immer und immer wieder beengt.
Ich muss diesmal siegen und mich befrein.
Ich schaffs nicht, denn ich bin noch so klein.

Da, Ein Regenbogen kommt in mein Verlies
und gibt mir helfend die Hand.
Ein wärmender Strahl berührt mein Gesicht
Und eine Stimme zärtlich zu mir spricht.

Ich steige am Regenbogen empor
und klettere auf eine Wolke drauf.
Sie fliegt mit mir durch ein grosses Tor
und mein Bedränger bleibt draussen davor.

Irgendwann seh ich am Horizont trotz finsterster Nacht
Ein Komet der mich rausholt aus meinem Verlies
Und ein Regenbogen der den Weg mir weist
Und hinter mir verschliesst sich für immer das Tor.

Dann bin ich befreit und nicht mehr allein.
Und der Regenbogen und der Komet sich vereint
zu einem glitzernd hellem Silberstreif
Und ich habe zum letzten mal geweint.

das neuste von Marion

Ich habe Dich noch nie gesehen,
und trotzdem sind wir ihn am gehen,
den Weg, den wir in Gemeinsamkeit
und jede sich dabei befreit.

Ich habe Dich noch nie gehört,
und trotzdem so an dich gewöhnt.
Das Aufrecht gehen zeigst Du mir,
es ist als wärest Du bei mir.

Das Internet uns schön verbindet
und frau daran gefallen findet
ein Medium, das oft kritisiert
für uns zu einer Brücke wird.

Vom 30.7.98

Befreiung
Ich gehe durch die Finsternis
und lebe nur in diesem Schrecknis.
Wann holt mich einer aus dem Meer
das mir das Atmen so verwehrt.

Die Hoffnung gehet ganz zugrund
kein schimmer Licht nur alles bunt
Die Farben, sie erdruecken mich
und auch verzweifelt wehrt es sich
das Innere in meinem Leben
und keiner kann mir Frieden geben ?

Doch irgendwo ich glaub es nicht
da schimmert mir ein Hoffnungslicht
Die Elektronik hilft mir sehr
und holt heraus mich aus dem Meer
im Netze ich den Frieden fand.

Die Website eine Brücke wird
die uns ein Morgenrot gebierd
Die Erkenntnis nicht allein zu sein
befreit uns von der Einsamkeit.
Es löst sich auf im Nebelwald
des Täters häßliche Gewalt.

Viele liebe Grüße
Marion