Aufrecht Runter
. .

Der Baum

Steht da. Mitten im Walde. Der Baum.
Sieht aus, dreckig, verletzt, farblos.
Trägt keine Nadeln mehr,
kein Glanz des saftigen Lebens in sich.

Kann nichts dafür. Der Baum. Es war die Zeit.

Steht da. Mitten im Walde. Der Baum.
Viele Bäume.
Viele gesunde, tragen Nadeln und
den Glanz des saftigen Lebens in sich.
Einige Bäume.
Einige gleich, dreckig, verletzt, farblos.
Tragen keine Nadeln und
keinen Glanz des saftigen Lebens in sich

Steht da. Mitten im Walde. Der Baum.
Steht da. Bei dem Winde, zittert.
Trotzt dem Winde bis zum grossen Sturm.
Wird krachend, ächzend in sich zusammenfallen.

Kann nichts dafür. Der Baum. Es war die Zeit.

Steht da. Mitten im Walde. Der Baum.
Wo es viele gesunde,
mit Nadeln,
mit Glanz des saftigen Lebens in sich hat.
Wo es einige gleich,
dreckig, verletzt, farblos,
ohne Nadeln,
ohne Glanz des saftigen Lebens in sich hat.

Kann nichts dafür. Der Baum. Es war die Zeit.

Steht da. Mitten im Walde. Der Baum.


ich bin wie

manchmal bin ich ich
manchmal
krieche ich
ein stück
des tunnels hinauf
manchmal bin ich
damals ich,
den tunnel hinaus,
in dem das wasser
bis über den ohren steht,
manchmal bin ich manchmal,
im tunnel,
in den mich falsche samariter
hineinstießen.
ich versuchte. einen tümpel
aus eis zu zertreten.

ton in deiner hand

die wirklichkeit warf falten,
in einer untiefe fandest du
eine sattsam zernagte puppe -
die zensur der gefühle
fand längst nicht statt;

das vergessen lag schon
einem raubtier gleich
auf der lauer imaginärer wälle,
die stärker als 1000 tonnen
stahl alles überdecken;

die erde bekam da kriegsbemalung,
gemischt aus deinem blut und
versetzt mit festen lügen,
fragen wurden das maul gestopft


HI Ihr Aufrechten!
Seid gegrüßt.

Blutwolken am Himmelsgrund
Sonnendunkel gibt Dir Kund
Klinkenbewegungen
Menschliche Begegnungen?

Das ist der TeufelsReigen
Denn Gott ist Schweigen
Der Glaube ist im Krieg
Der Herrschaft den Sieg

Verdammnis und Einsamkeit
in Seinem Geleit
Vielen Dank den Geschenken
in meinem Gedenken

Von Seinen Armen umschlungen
hat Er mich aus dem Schlaf gezwungen
und Ich hab geschworen
Ich bin nur für Ihn geboren

Küss mich zum Abchied
Sing mir ein Schlaflied
es ist eiskalt
in Seinem Halt

VATER BRUDER VATER MEINER BESTEN SCHULFREUNDIN FREMDER IM SCHWIMMBAD

Würde mich über antworten freuen. e-mail an Nina


Er war nicht ganz dicht ich war klein
und er tat nicht fein
erst später verlor ich das selbstgewicht
und jeder dachte ich bin nicht ganz dicht
doch ich fiel tief
liege mit einigen Sachen schief
in diesem mief
eines ist mir sicher
der Tunnel ist nicht dicht
und ich komme ans Licht
mit Liebe ,meiner deiner
und es geht uns immer feiner

in diesem Sinne Andrea


zu sein ist wunder genug;
zu spüren, dass ich bin,
hier,
in dieser zeit
und in diesem raum-
so einmalig und besonders.

Eines tages auf dieser welt erschienen
und später-
vielleicht
mal sagen: ICH bin ich

DAS ist wunder genug

Mut zum : ich bin ich
Nicht ausgelacht werden.
Ich will mir begegnen
und habe angst.

Ich werde es schaffen?

Nicht fallen lassen???
wer redet mit mir?


Der Weg der Seele

Nichts ist so sehr mit der Erde
und dem Universum verbunden
als die Seele.
Wenn echtes Mitgefühl für andere Lebewesen
Dein Herz bewegt, beginnt die Seele zu tanzen.
Manchmal kann es sein, daß Du auch weinen mußt
aus einer Tiefe die Dir fast unbekannt,
denn echtes Mitgefühl ist gleichzusetzen mit der
tiefen Liebe der Seele.
In einem solchen Zustand kannst Du kein
lebendes Wesen mehr sehen daß leidet.
Du kannst nichts anders, als es einfach in die Arme
zu nehmen und Ihm Deine ganze Aufmerksamkeit
und Liebe zu geben.
Dieses Mitgefühl, läßt uns anderen helfen, ganz einfach
weil wir sie in unser Herz geschlossen haben.
Vielleicht erreichen wir Menschen eines Tages Jedem gegenüber
dieses wahre Mitgefühl entgegenzubringen,
dann werden wir Frieden haben in unseren Herzen,
auf Mutter Erde und in uns selbst.
Dann wird die Seele dem Universum
ein kleines Stück näher sein

von Lightning Cloud Woman


Keinen Sinn hatte mein Leben

Ich war erst acht ,als es geschah,
und ich erschrak,Er war mir wichtig,
und tat mir doch weh,
Ich konnte nicht schreien,
noch denken an mich,

Mit neun wurde es schlimmer ,
Er kam jede Nacht ,in mein Zimmer,
Jede Nacht mußte ich ihm ,
zu willen sein,und es durfte kein nein ,
nur ein ja mußte es sein,

Zur mutter da konnte ,
ich ja nicht gehen,Sie hätte mir ja ,
doch nicht geglaubt,Ich wollte nur weg ,
einfach fort,

So gingen Jahre Monate,
Stunden und Minuten ,
Sekunden hinfort,
woran man zerbricht,

Ich war nun zehn,
keine Hoffnung in Sicht,
das dauerte Jahre bevor es geschah,
den mein Leben war Sinnlos,
und keiner war da,

kein Sinn hat mein Leben,
nur Trauer in mir,die Gefühle nicht,
war da völlig abgestunpft,

Es war als stünde ich neben mir,
Mein Leben verlor,
den Rest Freude und Glück,
doch irgend wann begegnetest,Du mir,

Ich bekam Mut keine,
Angst mehr in mir,
der Sinn meines Lebens,
das warst nun Du,
brachtest Sonne wärme ,
Freude und Glück ,in mein Herz,

drum hat mein Leben,
nunn doch einen Sinn,
mein Leben geht weiter,
und ich Traure nicht mehr....

Gedichtet am !9.08.2001
Marion


Ich bin eine Schneeflocke,

unberührbar im Wind,
keiner kann mich anschauen,,
keiner kann mir zu nahe kommen,
keiner kann mich anfassen,
keiner kann mir weh tun,
keiner kann mir sagen, was ich tun soll,
keiner kann mich beherrschen,
keiner kann meine Persönlichkeit beeinflussen,
keiner kann mir meine Persönlichkeit nehmen,
keiner kann mich nehmen,
keiner kann mich töten!

Heute nicht mehr!!!!!!!!

Sonja


Seelenqual

Meeresrauschen !
Lass uns schauen,
lass uns lauschen,
falls wir uns denn trauen,

denn das Wasser ist schwarz und finster,
so als beherbergte es Gespenster.
Und so gehör ich stets dorthin,
besinn mich nicht, dass ich alleine bin,

und schaue hinaus
in die Stille der Nacht,
starre immer nur geradeaus,
beschwerend die finstere Macht,

auf dass sie möge in Ruhe verweilen
und ihre Geheimnisse nicht mit mir teilen.
Doch nun, in dieser Nacht im Mondenschein,
als ich stand und starrte - ganz allein,

da erheben sich langsam finstere Wesen aus dem Meer,
die Armee der schwarzen Engel, der Dämonen;
sie kommen aus der Tiefe her,
in der sie seit Ewigkeiten über den Welten thronen.

Schritt für Schritt, mächtig und gross
von unsagbarer Masse ohne Gewicht,
und ich lege ihnen meine Seele bloss
und verstecke beschämend mein Gesicht.

Dämonen, Geister, Teufelsbrüder,
ich senk mich hier vor Euren Kräften nieder,
doch verschont mich, ich bitte Euch sehr,
denn auf Dauer ertrag ich keine Schmerzen mehr.

- Hähmisches Gelächter schlug mir entgegen,
zum ersten Mal sah ich Gesichtszüge sich regen
- doch nur, um alsbald wieder
in kalter Leere zu erstarren,
summend nur die schmerzvollen Lieder,
die in ihren Gängen und Kerkern hallen.

Sie umkreisen und umzingeln mich,
meine Panik - fürchterlich,
doch kein Schrei drang an eines Menschen Ohr,
kein Ton stieg zur Stufe des Bewusstseins empor,
mein Mund öffnete sich vergebens,
entbehrte jetzt schon jeglichen Lebens.

Nur meine Augen weiteten sich in schrecklicher Weise,
sahen meine Glieder um sich schlagen,
doch immer noch klingt ihr Lied nur leise,
immer noch vermögen sie nichts zu sagen.

Und so schliessen sie den Kreis um mich herum,
ich allein in der Finsternis Hand.
Meine Bewegungen nunmehr nur stumm;
gab es jemals jemanden, der zu mir stand ?

Als erstes stechen sie mit glühender Schneide
die Schwerter mir in meine Eingeweide,
um mir das Bewusstsein zu entziehen,
in das ich verzweifelt versuchte zu entfliehen:

Und dann packten sie sie: meine Seele, einzig Hab und Gut,
und es fehlte ihr nur an Kraft, nicht an Mut,
sonst hätte sie die Besitznahme abgewehrt,
doch die Finsternis hatte an ihren Energien gezehrt.

Eine schwarze Gestalt hält sie gar fest,
eine andere setzt ihr den Dornenkranz auf,
und sie schreien: Los, kleine Seele, lauf!
und sie geben ihr den Rest:

sie wird gejagt - ein Urwald aus Schneiden und Klingen;
welch qualvolles und doch so unnützes Ringen!
Sie stösst an, verwundet sich;
so ein Anblick - jämmerlich!

Und sie jagen sie weiter
im Labyrinth des Horrors und der Einsamkeit,
jagen sie fröhlich und heiter
- Demonstration ihrer Triebtätigkeit.

Peitschen der Demütigung schlagen auf sie ein.
Niemals zuvor war sie so allein,
allein wie hier in der Verzweiflung Tal,
oh diese schreckliche, stetige, unnachgiebige Qual.

Und wie all die anderen Male zuvor
kehrt sie schliesslich in mein Herz zurück,
begleitet von der Engelein Chor,
eine stilvolle Schöpfung von utopischem Glück.

Und doch scheint sie diesmal anders als bisher,
anders, denn sie klagt nicht mehr,
klagt nicht, sondern nimmt es hin,
dass ich ihr Todesurteil bin.

Voller Würde hilft sie mir auf die Beine,
leitet mich behände um die Sterne,
hinauf auf den höchsten Fels,
auf dass ich mit der Finsternis verschmelz,
ihr Meister in der Stille,
denn dies ist sein mächtiger Wille.

Beide Arme gestreckt zu Sternen und Mond,
auf dem vielleicht noch ein Glück für mich wohnt;
die Augen geschlossen,
gerichtet auf des Fegefeuers Sprossen.

Ein letzter Schritt,
ein letzter Tritt
und sie springt; sie wollte fliegen,
hatte genug vom Duft ihres eigenen Blutes gerochen.
Doch noch während meines Tanzes mit den Dämonen sah ich sie dort unten liegen
und erkannte, dass sie ward lange vorher schon - gebrochen.

Meine arme kleine Seele, was hab ich Dir nur angetan?

Mich überkommt eine leise Scham.

Wären wir doch früher nur gesprungen
- vielleicht wäre uns das Fliegen dann doch noch gelungen.

Es tut mir leid.


DU hast mir meinen Willen gebrochen
und damit meine Seele zerbrochen.
Nur das schlimme daran ist,
dass es nicht DEINE Seele zerfrisst.

Denn DU hast DIR keine Gedanken gemacht,
dass DEINE Taten meine Hölle entfacht,
dass DU mir alles, alles zerstörst.
Und Du Mama, meine Schreie nicht hörst.

"Aber Kindchen, du warst dumm,
deine Schreie waren doch stumm,
außerdem mein kleiner Drachen,
"Papa" würde das niemals machen!"

Siehst Du Mama, nur deswegen,
hab´ ich Dir nicht mein Vertrauen gegeben.
Ich ahnte, dass Du das zu mir sagst
und nicht nach wirklichen Wahrheit fragst.

Du glaubst IHM, dem "Großen",
deshalb hast Du mich verstoßen.


Plötzlich wird mir wieder ganz heiß,
und ich merke, wie es in mir zu brodeln beginnt.
Ich liege zerstört am Boden,
und doch habe ich genug Kraft,
um alles, was mir begegnet, zu zerstören.
Die innere Leere beherrscht mich
und doch füllt sich mein Körper mit Schmerz,
der kaum aushaltbar ist.
Dann bricht der Boden
und ich falle in unendliche Tiefen,
die noch nie ein Mensch gesehen hat.
Ich falle und falle,
und niemand ist hier, der mich davon abhält,
nichts vorhanden, an das ich mich klammern könnte.
Der Schlag auf einen Boden bremst meinen Sturz,
doch der Boden ist kalt.
So kalt, dass alles in mir gefriert
und es mir unmöglich macht, zu fühlen.
Für nichts.
Für niemanden.


Die Nacht herbeieilt
Hab` s schon immer gewusst
Doch nie sagen gemusst
Das mein Herz zu sensibel für diese Welt
All dies irgendwann nicht mehr aushält
Heut, wenn der Schnee leis` fällt
Gestern, umarmtest kalt

Man hat Hände zum Ohrfeigen
Beine zum treten
Arme zum stossen
Den ganzen Körper zum wehren
Was nützt das alles
Wenn der Geist lahmgelegt wird
Kommt er so lieb
Ohne Hintergedanken?

Dann hat man plötzlich
Hände zum Berühren
Beine zum stillhalten
Arme zum klammern
Den Körper zum nehmen
Den Geist lahmlegen

Wie Mord ohne Messer
Wie Hass der liebt
Wie Glück mit Zwang
Wie Du und Ich
23.10.01


ANGST

Hab schon sovieles Gefühlt
In den wenig Jahren
Todesschmerz
Verlassen sein
Lieben
Den geliebten nie kriegen
Trauer
Doch nie solche Angst
Wie heut

Angst vor dir
hätt früher drüber gelacht
Heut zitter ich
Ich lieb doch dich
Angst
Vor erwiderter Liebe
Die nicht darf sein

Kann nicht begreifen
Kann nicht erklären
Was ich fühl
Da ist die Liebe
Immer dar
Da ist die Angst
Angst vor dir?
Ein Witz erklär ich dir

Doch die Angst bleibt
26.10.01


Dürfen Menschen Menschen lieben
Wenn der eine es nicht will?
Darf man sie wegstossen
Wenn sie dir die Welt bedeuten?
Darf man "Nein" sagen wenn man weiss
Das es dir die Zukunft verbaut?
Je t`aime BIEN
Bitte versteh

Das "bien" zählt in deinen Taten nicht
22.10.01


Du, ich spreche zu dir!

Mögen meine Worte auch ungehört verhallen,
meine Stimme will sich laut erheben,
mein Schmerz, zu einem tosend Beben –
schau, wie meine Hände sich zu Fäusten ballen!
Dein Gesicht so nah, dein Körper so schwer,
meine zarte Haut: ohnmächtig und bloss,
die nackte Angst, und kein Schrei reisst sich los,
nur das Vertrauen bricht und heilt niemals mehr.

Du bist nicht Mensch noch Tier, du bist ein Ungeheuer,
der Alb in meinen Träumen, der Dolch in meinem Leib,
in meiner Seele – bleib wo du bist, bleib! –
es wird mich verbrennen, dies tödlich Feuer.

Du! Sei still und hör mir zu! Ich will nichts wissen
von deinem eignen Schmerz, von deinen Qualen,
ich will dir MEINE Bilder malen
und endlich meine schwarze Flagge hissen:

Sieh, wie ich mir die Liebe aus dem Herzen reisse!
Wie ich all deine Gebote und mein Schweigen breche
und dich verdamme und dich schuldig spreche
und endlich meine Scham zu Grabe trage, meine blütenweisse.

(Kassandra, Januar 02)


...wieder passiert...

Ich renne durch die Strassen, ohne Ziel...
...wieder wurd mir was genommen...
..langsam...
...echt es wird zuviel...

Es ist ein kleines Stück sterben.
...stück für stück...
...dabei will ich doch nur mein bisschen Leben zurück...
Aber wenn interessiert das schon...

In den letzten Monaten, Wochen musste ich lernen,
das Leben stirbt mit jeden Augenblick...

...dann spür ich diese Hände...
...diesen Atem...
...und ich weiss, ich darf mich nicht wehren...
...es tut voll weh...

Ich weiss nimmer wo ich steh...
Was soll ich denn nur tun?
....sorry, ich kann nicht mehr...


Sind so kleine Hände, winzige Finger dran .
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten, könn sie sonst nicht gehen.

Sind so kleine Ohren, scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.

Sind so kleine Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten,
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen, die noch alles sehen.
Darf man nie verbinden, könn sie nicht verstehn.

Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei .
Darf man niemals quälen, gehen kaputt dabei.

Ist so ein kleines Rückgrat,
Sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen,
weil es sonst zerbricht.

Grade klare Menschen
Wärn ein schönes Ziel .
Leute ohne Rückgrat
Hab´n wir schon so viel!


"Windwiege"

Bilder aus vergangenen Tagen,
Träume die wie Wahrheit sind,
niemand hilft den Schmerz zu tragen,
wieg Dich Kind,wieg Dich im Wind!

Stille Tränen,stumme Schreie
niemand hat sie je gehört,
was der Teufel da entweihe,
niemand hat es je gestört!

Seele liegt in tausend Trümmern,
sammel auf sie ganz geschwind,
niemand scheint sich drum zu kümmern,
Seelenmord an einem Kind!

Heute bin ich doch erwachsen,
muß doch fest im Leben stehn,
Menschen,Freunde,die nur flachsen,
können keine Tränen sehn!

Hab die Trümmer meiner Seele
ganz geschickt mit Leim geklebt,
daß sie mich nicht länger quäle,
wichtig ist das Kind,es lebt!

Muß dem Kind in mir erlauben,
dass es oft noch stille weint,
es gibt Hoffnung,Liebe,Glauben,
dass Kind und Frau einmal vereint!

Geh schon lang den Weg alleine,
bleibe oftmals einfach stehn,
weil ich bei dem Kind verweile,
denn ich kann seine Tränen sehn!

Höre Es ganz stille schreien,
nehm Es tröstend in den Arm,
was kann schlimmer noch erscheinen,
als ein Kind das tot und warm?

Sehet Nachbarn,Onkel,Väter!!!
hört auf was ihr dem Kinde tut!!!
diese Schuld wird euch begleiten!!!
selbst wenn ihr einst im Grabe ruht!!!

Komm Kind,trete aus dem Schatten,
laß sie nicht so einfach siegen,
die große Schuld die Täter hatten,
komm,nicht der Wind,ICH werd`DICH wiegen!!!


Es passierte ganz leise
Und auf eine schlimme Art und Weise
Sie wusste nicht warum
Sie wurde stumm
Sie zerbrach in tausend Scherben
Wollte er ihr absichtlich das Leben verderben?
Sie schähmte sich so sehr
Vertrauen konnte und wollte sie keinem mehr!
Es war alles so furchtbar schwer.
Sie konnte nicht mehr
Sie wollte nicht mehr leben,
Doch hatte Angst es aufzugeben
Irgendwie kämpfte sie sich durchs Leben
Und als Belohnung ging alles andere auch noch daneben.
Und dann, es passierte noch einmal
Also ein zweites Mal.
Wie sollte sie dieses Geschehen nur überstehen???
Sie hatte Angst vor dem Leben
Was wenn wieder einer kommt
Der sie wieder will zerbrechen in tausend scherben,
Der ihr wieder will das Leben verderben!
NEIN, lieber wollte sie sterben!
Sie nahm sich das Leben
Denn nur dadurch konnte sie sich sicher sein
Es niemals wieder zu erleben!!!!!!!

By
Vicky


PUZZLE OHNE BILD

Puzzleteile sich fügen Stein um Stein
in grauenvollstimmiges Muster ein.
Ein Hinweis hier-eine kleine Spur
Gedanken, Gefühle, was soll das nur?
Manchmal erschlagen wie vom Blitz
Dann wieder scheint 'ES' ein böser Witz
Was wollen Körper und Seele mir sagen?
Immer wieder bleiben offene Fragen....
Denn das gefügige Muster hat kein Bild
Das Grauen keinen Ort dem Haßwut gilt
Wut, Scham und Schuld fallen über MICH her
bei mir zu bleiben gelingt nicht mehr
Der Zweifel nagt: wie kannst du es wagen
'ES' nur zu denken-gar andren zu sagen!
Wütend nimmt der Verbieter mich in sein Gericht:
"Alles Lüge, du spinnst!", schreit er mir in's Gesicht
"UNDANKBAR bist du, haust alles klein
Was sie dir gaben-was fällt dir nur ein?!"
Klarheit, Gewißheit sind rasch verloren
-ACH, wäre ich NIE,NIEMALS geboren...
Ich kann mein Kind zum Reden nicht zwingen
'Heimfindung' wird mir kaum gelingen
Tagein, tagaus schales ÜBERleben
Oder doch mir selbst das Ende geben-?

Mich SEHNEN

Drangvolles Rufen
Aus verborgenen Tiefen
Meiner vertrockneten Seele

Schmerzhaftes Ziehen
In jeder Faser
Meines ausgehungerten Körpers
Nach NÄHE

Mich SCHÜTZEN

Ängstliches Fliehen
Vor tieferen Blicken
auf die Seele zu wund

Erschrecktes Zurückweichen
Vor jeder Berührung
Des Körpers geschunden

Vor NÄHE

Quälendes Zerren
Sehnen
Angst

Schlimmerkampf
Auf dem Schlachtfeld

ICH

---------------------------------- In Hoffnungslosigkeitserstarrung
resigniert
müde Kreise ziehen
in der Enge
meines Seelenkerkers
kaum noch
mich schmerzhaft stoßen
an scharfkantigen Steinen
des Gemäuers so dick
einsame Verlorenheit
im finsteren Gefängnis
selbstgeschaffen
aus Angst und Mißtrauen
zerschundenmattkraftlos
von ungezählten Versuchen
die Mauer
zu durchstoßen
zu mir
zu dir
zum LEBEN
quält jeder Schritt
und fleht
um Erbarmen:

LASS GUT SEIN
LASS MICH 'GEHEN'


ab und zu

ab und zu gähnt sie
vor lauter müdigkeit
zeit, ins bett zu gehen
bis sie doch zu erzählen beginnt

und was sie erzählt, ist unangenehm
ab und zu schlucke ich
atme tief ein und wieder aus
hoffe, es geht vorbei

ab und zu stockt ihr atem
sie hält die luft an
vor lauter beklemmung -
unterbrochener lebensfluss

ab und zu versagt ihre stimme
etwas, das hinaus will,
wird unweigerlich festgehalten -
angst vor zuviel offenbarung

was sie erzählt, macht mir angst
angst vor der eigenen geschichte
wut steigt in mir hoch
und ab und zu eine leise träne

ab und zu klingt sie traurig
ungeweinte tränen
spiegeln sich in ihren augen
und in meinen auch

ab und zu schaut sie mich an
will wirklich wissen
ob ich sie auch verstehe
höre ihr aufmerksam zu

nach endlosen augenblicken
holt sie tief luft und
ich nehme ihre hand
um ihr zu sagen: ich bin dir ganz nah


Schatten der Nacht

Der Tag vergeht, die Nacht kommt.
Dunkelheit legt sich wie eine Decke über die Stadt.
Müdigkeit erfaßt die Menschen, es wird still.
Nur noch vereinzelt Lichter in den Fenstern zu sehen.
Die Stille wird bedrohlich.
Kraftlos schlaflos, das Bett ein Ort des Grauens.
Zurückversetzt in ein altes Gefühl.
In der Dunkelheit nicht mehr ich selbst.
In der Dunkelheit nicht mehr allein.
Gewöhnliche Geräusche, die den Tag begleiten, verändern sich bedrohlich in der Nacht.
Krampfhaftes Wachhalten aus Angst vor dem Schlaf.
Krampfhaftes Wachhalten aus Angst vor dem Traum.
Erschöpfung schließt die Augen.
Plötzlich ein Gesicht vor Augen, ich kenne es.
Es tut weh.
Ich spüre Hände auf mir, an mir, ich kenne sie.
Es tut weh.
Ich spüre einen Atem, höre ihn, doch es ist nicht meiner.
Es tut weh.
Hellwach, im Licht bin ich alleine.
Ich atme flach um den Druck nicht zu vergrößern.
Nur nicht fühlen, doch keine Ablenkung hilft.
Es kommt wann es will.
Es kommt wie es will.
Die Stunden vergehen schneller, brauche Schlaf.
Der Tag kommt, die Erlösung?!?
Erschöpftes Aufwachen.
Eins ist mir gewiß, die nächste Nacht kommt bestimmt.


Ich suche das Leben und finde den Tod,
ich suche die Sonne und finde den Mond.
Ich suche den Frieden und finde ihn nicht,
ich suche das Dunkel und finde das Licht.
Suche ich wirklich das Licht?
Oder will ich es nicht?
Suche ich wirklich das Leben?
Oder wird es das für mich nicht geben.
Oder suche ich den Tod?
Ob sich das lohnt?

Ich habe wieder aufgehört zu essen,
an wen oder was will ich mich messen?
Und wenn ich nicht mehr atmen würde?
Bin doch für alle nur Last und Bürde.

Ich sehne mich nach dem Tod, doch ich fürchte ihn,
was habe ich zu verlieren??? Meine Seele???

Ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr ruhn,
kann nicht essen , nicht trinken, was soll ich tun?

Nun sitze ich hier,
und fühle mich nicht mehr,
ich geh immer tiefer, tu mir noch mehr weh,
damit ich das Leid und Elend nicht mehr seh.
Doch ich spüre nichts, fühle mich nicht mehr,
dabei brauche ich den Schmerz sosehr.
Ich denke ich bin gerade gestorben, in diesem Augenblick,
ich denke und fühle mich nicht mehr, ich bin verrückt.
Ich habe kein Herz mehr das in mir schlägt,
keinen Menschen hatte ich jemals der mich hegt.
Ich bin bereit
heute ist es soweit.

Ich sehe ein kleines Mädchen im Dunkeln stehn,
sie hat Angst und kann es nicht verstehn,
kann nicht verstehn, warum wird ihr weh getan,
die Nase blutet, es schmerz der Leib, ihr fehlt ein Zahn.
Sie kauert in der Ecke, weint leise vor sich hin,
die großen stehen vor ihr, trösten kommt ihnen nicht in den Sinn.
Blutig und ohne Gewand,
wurde ihr der Schmerz gesand.
Sie konnte es nicht verstehn, wußte nicht was ihr geshcah,
sie konnte es nicht verstehn, warum keiner ihren Schmerz hier sah.
Ein kleines Mädchen, das sich nach dem Tode sehnt,
weil sie da den lieben Gott und die Engel wähnt.
Sie ist naiv und sehr sehr dumm,
sie schreit nach Liebe, nur die Lippen bleiben stumm.
Sie will nicht mehr den Schmerz in der dunklen Nacht,
sie sehnt sich nach jemanden, der über sie wacht.
Ein kleines Mädchen, das vor Leid nichts essen kann,
die Angst hat vor jeder Frau und jedem Mann. Aber auch so ein kleines Mädchen wird mal groß,
nur essen und lieben kann es immer noch nicht, was ist das bloß?
Ein junges Mädchen schreit nach Liebe,
und bekommt doch nur immer wieder Hiebe.
Sie hat jetzt einen Mann und auch noch Kinder,
sie schreit immer noch nach Liebe, nach Frieden nicht minder.
Immer noch schreit ihr Inneres vor Schmerz,
für sie schlägt nie und nimmer ein Herz.

Ich möchte nur das ihr alle versteht,
warum das kleine Mädchen jetzt geht.


Ein kleines Wesen wird geboren
Unschuldig und rein
Verletzlich und Zart
in eine Welt die es noch nicht kennt
Mann sollte es beschützen, behüten und lieben
Ihm vorsichtig und behutsam den Weg zeigen.

Doch da war noch das BÖSE das über das Wesen herrschte.
Das BÖSE benutzte das kleine Wesen für seine eigenen grausamenen Bedürfnisse.
Es musste immer bereit sein.
Nur für ihn und seine schwarzen bößartigen und dunklen Spiele.

Das kleine Wesen hatte keine Kraft
Es war so schwach, dass es nicht fertig brachte um Hilfe zu schreien.

Wärme, Geborgenheit, Nähe, Zärtlichkeit, Zuwendung und vor allen Dingen LIEBE
die gab es nur dann, wenn es für das BÖSE seine vorteile diente.
Für das Wesen war alles kalt, lieblos, brutal und erschreckend.
Das kleine Wesen konnte sich nicht dagegen wehren.

Das Wesen versuchte mit all seinen Mitteln die es zur Verfügung hatte
wenigstens ein klein bißchen
von der Nähe und Liebe auf dieser Welt zu bekommen.
Vergeblich.
Das Wesen war noch zu klein um sich vor dem BÖSEN zu schützen.

Das kleine Wesen wurde größer, aber es fühlte sich einsam, allein und verlassen.
So sehr sich das Wesen auch anstrengte es gelang ihm nicht dem BÖSEN zu entkommen. Es musste immer bereit sein.
Für jedes und alles verfügbar .

Es richtete sein ganzes Leben immer nach den Bedürfnissen der Anderen.
Es strengte sich an alles richtig zu machen.
Es ließ sich immer mehr einfallen um geliebt zu werden.
Doch je mehr es tat umso einsamer wurde es.

Das BöSE hatte das Wesen so in der Hand das es sich nicht losreisen konnte.
Es konnte sich gegen das BÖSE nicht wehren.
Es war gefangen.
Die ANGST beherrschte sein Leben.

So fügte sich das Wesen alles und allem was ihn auf dieser Welt begegnete.
Sein Licht konnte nicht nach draußen.
Nur ein kleiner Funke blitzte hin und wieder auf.
Aber so schwach, daß selbst das Wesen es nicht warnehmen konnte.

Der Strom des BÖSEN riß das Wesen immer weiter und tiefer mit sich fort.

....................jahrelang.

Das Wesen war verloren in dieser Welt.
Es hatte niemanden bei dem es Zuflucht finden konnte.

Eines hatte es gelernt!
Wie mann wenigstens etwas Liebe bekommt.
Also bemühte es sich, so viel wie möglich davon abzubekommen.
Es tat alles was mann von ihm verlangte.
Doch dabei, verlor es sich selbst.

Es hatte keine Seele mehr.
Nichts war mehr da, als die dunklen Schatten des BÖSEN. Das BÖSE hatte alles weggenommen.

Seit seiner Geburt war das Wesen vom BÖSEN beherrscht. Es hatte nicht einmal eine Chance gehabt .

Heute ist das Wesen erwachsen.
Doch ganz tief innen drin, ist es noch das kleine verletzliche Wesen.
Weil es nie lernen konnte erwachsen zu werden.

von engel an alle

die Fliege im Netz

Wie eine Fliege im Spinnennetz stecke ich fest.
Keine Möglichkeit dem Grauen zu entkommen.
Immer wieder nähert sich die Spinne und jedesmal spüre ich die bedrohung
die von ihr ausgeht.

Ganz allein sitze ich da,
kann mich mit eigener Kraft nicht losreißen, nicht fliehen.
Die Angst ist da.
Sie wächst.
Mit jedem neuen angriff nimmt sie an Größe zu.
Sie schwebt über mir.
Lässt meinen ganzen Körper erzittern.

Die Bedrohung wird immer stärker.
Nimmt mir die Luft zum atmen.

Wie lange muß ich diesmal aushalten.
Meine Kräfte lassen mit jedem male nach.

Keiner ist da um die Fliege aus dem netz der Angst zu befreien.

Sie schaut sich um,
sie schreit,
sie hofft das jemand kommt und sie befreit.

Doch nichts geschieht

Sie weiss, dass sie nicht auf Hilfe hoffen kann
sie weiss, dass sie ganz allein ist.

Manschmal mobilisiert sie ihre wenige Kraft die sie noch hat,
und versucht mit eifrigen Flügelschlägen weg zu fliegen.

Vergeblich

Mit jedem neuen versuch wird ihr immer
klarer das sie eh keine Chance hat.

Sie hängt fest
Im Netz der Bedrohung und der Angst.

von Engel an alle

Mutter warum?

Mutter bitte, Mutter warum?
Warum bleibst auf alle Fragen du stumm?

Wo sind deine Hände?
Die beschützen dein Kind.
Wo sind deine Augen?
Sind sie denn blind?

Mutter bitte, sieh hin geschwind
Dein Kind erstickt
Dein Kind ertrinkt

Erstickt an dem Unfaßbaren, das es nicht sagen darf
Ertrinkt im Strom der Tränen, die es von Bord warf

Dein Kind stirbt ganz leise und stumm
Mutter bitte, Mutter warum?

Mutter bitte, Mutter warum?
Warum bleibst auf alle Fragen du stumm?

Wo ist dein Mund?
Der schreit "ich helfe dir Kind" ganz laut
Wo sind deine Ohren?
Bist du denn taub?

Mutter bitte, du bist doch nicht dumm
Dein Kind schreit um Hilfe ganz laut aber stumm

Hilf mir heraus, aus den Schmerzen, der Pein
Hilf mir, laß mich doch bitte nicht so allein

Dein Kind stirbt ganz leise und stumm
Mutter bitte, Mutter warum?

Vater

Vater, oh Vater halt ein
Ich bin doch noch so klein
Der Tod ist in mir
Das verdanke ich dir

Du tötest mich langsam, Stück für Stück
Finde ich jemals wieder ins Leben zurück

Du willst mir deine Liebe schenken
Oh Gott, ich kann nicht mehr denken

Vater, oh Vater halt ein
Dein Kind ist doch so zart und fein
Es hungert nach Liebe
Du kennst nur deine Triebe

Was tust du mir an
Ich mein Leben nicht festhalten kann

Du bewirfst mich mit Dreck
Ich laufe einfach weg

Vater, oh Vater halt ein
Dein Kind fühlt sich so allein
Du nennst es Liebe
Ich fühle nur Hiebe

Bitte, bitte tu mir nicht weh
Ich sonst das Leben nie mehr wieder seh

Du nimmst mir die Kindheit, mein Leben geht fort
An einen versteckten, versunkenen Ort

Vater, oh Vater was machst du mit mir
Sieh mich an, ich bin gar nicht mehr hier
Vater, oh Vater bitte glaube mir
Eine leblose Hülle liegt unter dir

Hööst du mich aus der Ferne, ich schrei
Bitte, Papa bitte, gib mich frei.

Mama, wo bist Du?

Mama kannst du mich hören?
Vater will mich zerstören

Mama hörst du mein Schrein?
Ich bin doch noch so klein

Mama warum hörst du mich nicht?
Vater mir die Seele zersticht

Mama, wo bist du, siehst du mich nicht?
Ich flehe dich an, hilf mir bevor meine Seele zerbricht
Hilf mir, oh hilf mir heraus aus der Pein
Mama warum läßt du mich so allein?

Mama hörst du mein Flehen?
Ich möchte so gerne die Sonne sehen

Mama kannst du mich verstehen?
Vater läßt mich nicht gehen

Mama warum hörst du nicht zu?
Vater läßt mir keine Ruh

Mama wo bist du? Ich sehe dich nicht
Hilf mir, meine Seele zerbricht
Hilf mir, bitte hilf mir ich fühle nichts mehr
Mama ist helfen denn so schwer

Mama ich glaube ich schwinde
Verstecke mich in dem Kinde

Mama niemand kann mich mehr finden
Keiner mehr meine Seele schinden

Mama so dunkel und still ist es hier
Bitte reiche ein kleines Licht zu mir
Damit ich irgendwann
Wieder herausfinden kann



Rotkäppchen geschrieben von Annigret

Papa wieso hast du so einen großen Mund?
Damit ich dich besser auslachen kann!
Papa wieso hast du so große Hände?
Damit ich dich besser begrapschen kann!
Papa wieso hast du so ein kleines Herz?
Damit ich dich besser hassen kann!
Mama warum hast du so kleine Augen?
Damit ich nichts davon sehen kann!
Mama warum hast du so kleine Ohren?
Damit ich nichts davon hören kann!
Bruder warum hab ich so einen kleinen Mund?
Damit du nichts davon erzählen kannst!
Bruder warum hab ich keine Gefühle?
Damit du überleben kannst!


Ein Märchen und Gedichte von Silvia

DIE REISE NACH INNEN

Ganz tief in jedem Menschen versteckt, liegt ein noch gänzlich unerforschtes Land, was nur sehr wenige Menschen je betreten haben.
Eigentlich gibt es dieses Land nur in unserer Vorstellungskraft und da fängt auch schon das erste Problem an ,wer kann sich schon ein Land vorstellen, dass es noch gar nicht gibt?
Ich glaube, wenn ich einigen Erwachsenen von diesem Land erzählen würde, würden sie mich einsperren, weil alles, was nicht verständlich erscheint zerstört werden muß. Oder es wird einfach nicht darüber geredet. Aber wie könnte ich es schaffen von diesem Land nichts zu erzählen, wo es mir doch so wichtig geworden ist. Es wäre doch toll, wenn jeder so ein Land hätte, wo er sich neue Kraft holen kann und wo nur Dinge vorhanden sind, die er sich selbst erträumt. Aber zum Glück gibt es auch einige Eewachsene, denen man vertrauen kann und die noch selbst viel Phantasie haben.

Und so hat alles angefangen:

Eines Tages, als ich mal wieder erst sehr spät eingeschlafen war, träumte ich, ich würde von innen meinen Körper durchwandern. Ich habe mir alles genau angesehen und es war höchstinteressant. Aber ich war nicht alleine. An meiner Seite war ein kleiner Wicht, der sehr merkwürdig aussah. Er hatte einen relativ großen Kopf, der die Form einer Holzkugel hatte. Die Nase war ebenfalls aus Holz und ziemlich groß. Aus dem Kopf wuchsen ihm bunte Blätter, die nicht nur grün waren, sondern alle Farben hatte, die man sich nur vorstellen kann.
Er hatte große Kulleraugen, die er nach allen Seiten verdrehen konnte. Das tat er vor allem, wenn er lachte. Dann schüttelte er seinen dicken Holzkörper und steckte mich mit seinem Lachen immer wieder an, bis ich vor Bauchschmerzen bat, er solle doch aufhören zu lachen. Er kam mir oft vor, wie eine Marionette, weil er sich so ungeschickt bewegte und immer wieder über seine eigenen Beine stolperte. Er erklärte mir alles und zum ersten Mal verstand ich, was in meinem Körper so vor sich ging.
Er sagte mir auch, wie sehr mein Wohlbefinden mit meinem Körper zusammenhängt. Wenn ich mich nicht um meinen Körper und um meine Seele kümmern würde, würde ich auch keine Freude an ihm haben. So richtig überzeugt war ich aber nicht von dem, was er da so sagte. Wir gingen und gingen und überall im Körper waren kleine Treppen und Aufzüge versteckt, die nur auftauchten, wenn man einen bestimmten Knopf drückte oder eine bestimmte Stelle betrat. Immer, wenn ich dachte, es ginge nicht weiter, wurde ich von neuem überrascht. Als wir beim Herzen ankamen, wurde ich ergriffen von dem Gefühl der Stärke und von der Liebe, die von dort ausgingen. Es erstrahlte förmlich alles. Was mich aber verwunderte, war, daß nicht alle Strahlen nach aussen durchdrangen. An einigen Stellen schien so etwas wie eine unsichtbare Mauer zu sein, wo die Strahlen nicht durchkamen.
Holzkopf erklärte, das wären meine Ängste, die die Strahlen zurückhalten würden. Früher war diese Mauer wohl so dicht, daß die Lebewesen hier Angst hatten, daß das Herz platzen würde, weil es so viel Liebe und Kraft hatte, die nicht benutzt werden konnte. Ich fragte, von welchen Lebewesen er sprach, aber er gab mir keine Antwort. Das verwirrte mich sehr, aber später begriff ich, daß alles zu seinem richtigen Zeitpunkt passieren mußte.
Zu frühe Erklärungen hätten mich nur noch mehr verwirrt...
Wir gingen also weiter, weil Holzkopf sagte, er wolle mir noch etwas ganz wichtiges zeigen.
Wir kamen zum Bauch und er erklärte mir, daß sich jedesmal, wenn ich Ärger hätte und meine Wut nicht herauslassen würde, kleine Bläschen bilden würden und immer größer und größer wurden, bis sie schließlich platzten. Er sagte, es sei schon viel besser geworden, denn vor einiger Zeit noch, mußten die Lebewesen hier noch mit Ohrenschützern herumlaufen, weil sie den Lärm nicht aushalten konnten, den die platzenden Blasen verursachten.
Auf einmal verstand ich meine vielen Bauchschmerzen!
Aber halt - schon wieder hatte der Holzkopf etwas über Lebewesen gesagt. Was sollte denn der Unsinn, als wenn es so etwas in meinem Körper geben würde. Der Gedanke war mir unheimlich. Wer weiß, was das für Gestalten waren? Was wäre denn, wenn die gefährlich wären?
Bei diesen ganzen Gedanken merkte ich gar nicht, daß wir wieder beim Herzen angekommen waren. Der Holzkopf fing plötzlich laut an zu lachen und sagte, ich solle doch nicht eine solche Angst haben, schließlich sei dies mein Traum und es würde doch nur das passieren, was ich mir erträumte.
Wie konnte ich das nur vergessen? Das alles erschien mir so real!
Plötzlich sammelten sich die ganzen Strahlen des Herzens auf der Stelle, auf der wir standen und es durchströmte mich eine Wärme, die ich vorher nicht gekannt hatte und meine Ängste waren wie weggeblasen. Ich schloß die Augen, weil das Licht so grell war und spürte, wie ich immer leichter wurde und in das Licht hineingeschleudert wurde. Ich ließ mich ganz auf das Licht ein und je entspannter ich war, desto mehr konnte ich diese ungewöhnliche Situation geniessen. Auf einmal hatte ich das Gefühl, wieder Boden unter den Füßen zu haben und ich hatte schon damit gerechnet, daß der Traum zuende war, aber als ich die Augen öffnete, konnte ich nur noch staunen.
Über mir war so ein blauer Himmel, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Es war hellichter Tag und ich konnte tatsächlich einen riesengroßen Regenbogen am Himmel sehen und funkelnde goldene Sterne, die mit der Sonne um die Wette funkelten. Rings um mich herum war eine große blühende Wiese, auf der verschiedene Wesen ein Picknick abzuhielten schienen. Es schien auch niemanden zu verwundern, daß ich dort auf einmal auftauchte, schließlich war es ja mein Traum und in jedem Augenblick erfand meine Phantasie die Dinge, die grade passierten. Als ich mich umdrehte, konnte ich vor erstaunen nicht mehr klar denken. Vor mir lag das Meer der 1000 Wünsche. Sogar einen Hafen gab es, an dem kleine pilzartig aussehende Wesen arbeiteten. Die Schiffe, die im Hafen lagen, sahen gigantisch aus und jedes einzelne hatte andere Schnitzereien und Holzfiguren - wie in einem riesigen Museum. Holzkopf holte mich aus meinem Schweigen schließlich heraus und fragte mich, warum ich denn so dumm herumstehen würde? Das sei doch meine Welt und ich könnte tun was ich wollte. Als erstes wollte ich ans Wasser,denn in meinem Meer gab es Delphine und Haie und es war ganz ungefährlich darin zu schwimmen und zu tauchen. Außerdem konnte ich unter Wasser atmen. Ich konnte mich sogar mit den Tieren unterhalten und sie sagten mir, daß sie froh sind, daß sie im Meer der 1000 Wünsche leben dürften,denn wenn ich mir dieses nicht erträumt hätte, dann müßten sie auf der Erde leben und jeder weiß doch, wie schlecht die Menschen mit den Tieren umgehen. Als ich wieder auftauchte, hörte ich hinter mir ein komisches Geräusch und da war doch tatsächlich ein wunderschöner Wasserfall, auf dem einige Wesen in kleinen Ringen saßen und den Wasserfall herunterplumpsten. Man könnte meinen, sie hätten sich wehgetan, aber als sie wieder auftauchten, lachten sie laut vor Freude und machten sich auf den Weg nach oben. Dieser Wasserfall war etwas ganz besonderes, denn es gab keinen Fluß,dem er entsprang, sondern es waren meine schönen Gefühle, die ihn entstehen ließen. Es sah so aus, als würde er aus dem Nichts entspringen, weil er keinen richtigen Anfang hatte. Eine schmale Wendeltreppe führte zum Anfang des Wasserfalls und auch ich konnte es mir nicht entgehen lassen, mich in einen Reifen zu setzen und herunterzusausen in das angenehm warme Wasser. Eine Zeitlang bin ich nur so herumgeschwommen und die Delphine sind über mich drübergesprungen, bis ich wieder das Gefühl hatte, Boden unter den Füßen zu haben. Eine Insel schoß mitten aus dem Meer heraus und eh ìch mich versah, stand ich schon mitten im tiefsten Dschungel. Aber auch das war kein gewöhnlicher Dschungel. Es gab zwar viele Tiere, die man auf der Erde als gefährlich bezeichnen würde, aber hier ließen sich Tiger und Löwen streicheln. Ich konnte auf Elefanten reiten und Giraffen hoben mich bis in den Himmel. Hier gab es vielerlei Arten von Tieren und Wesen, die meine Sprache sprechen konnten und die mir viel über die Menschen auf der Erde erzählten, über das,was sie sein wollten und über das, was sie nach aussen hin zeigten. Sie sagten mir, daß es wichtig sei, an meine Träume zu glauben und das ich mich um nichts auf der Welt davon abbringen lassen soll, meine Träume zu verwirklichen. Sie sind es schließlich, die das Leben so lebenswert machen. Träume hat jeder Mensch, aber nur sehr wenige sind in der Lage, sie auch zu leben. Ich dachte lange über diese Worte nach und kam zu dem Entschluß, daß sie recht haben mußten, denn warum sonst fühlte ich mich in meinem Traum so glücklich? Ich fragte Holzkopf, der die ganze Zeit nicht von meiner Seite wich, woher diese Tiere soviel innere Ruhe und Weisheit hatten und er sagte, daß wäre meine eigene Ruhe, die ich mir so sehr gewünscht hatte. Die Tiere hatten mir gezeigt, was ich erreichen kann, wenn ich wirklich den Willen dazu habe. Ich wußte nicht so recht, wie ich diesen Willen zeigen und unsetzen sollte, aber Holzkopf sagte dazu nur:"Sei Du selbst und träume!" Leider war es schon fast Zeit aufzuwachen und ich fragte Holzkopf, ob es denn nicht möglich wäre, daß ich für immer in meinen Träumen leben könnte und er meinte, dies wäre wohl möglich, aber auf die Dauer würde mich das sehr unzufrieden machen, weil mir die Menschen, die ich sehr gerne habe, fehlen würden. Das einzige, was im Traumland nämlich nicht möglich sei, ist Menschen dorthin mitzunehmen. Und das wäre auch bei den Menschen das schwierigste: zu beweisen, dass es dieses Traumland wirklich gibt und auch daran zu glauben, wenn es von vielen Leuten belächelt wird. Es gibt aber auch einige, die Holzkopf kennen, vielleicht als Vogel, als Pferd oder als Engel, es gibt unzählige Möglichkeiten, aber sie kennen ihn und sie wissen, daß ich die Wahrheit sage, wenn ich von diesem land erzähle. Und vielleicht gelingt es uns allen zusammen, für unsere Träume zu kämpfen und sie gemeinsam zu leben, jeder auf seine Art.

Als ich am nächsten Tag aufwachte, dachte ich wehmütig an die letzte Nacht, aber ich freute mich auch darauf, anderen davon zu erzählen, auch wenn sie mich für verrückt halten würden.

Ganz normal

Gefühlsmäßig sollte ich -angeblich-
total kaputt sein.
Meine Seele zerstört,
mein Körper vergewaltigt
über Jahre hinweg,

aber trotzdem

bin ich glücklich verheiratet,
mißbrauche ich keine Kinder,
arbeite ganz normal,
lebe nicht in einer Nervenheilanstalt,

sondern lebe
ganz normal
mit einigen Einschränkungen,
an denen ich noch feile, (Warum eigentlich?)
aber kaum auffällig
für andere.

BILDER DES GRAUENS

Nachts, wache ich auf
und habe Panik.
Panik vor den Bildern,
denen ich nicht entfliehen kann.
Sie sind da, ganz real,
obwohl es schon so lange her ist.
Es ist vorbei, aber ich zittere,
bin verkrampft,
habe keine Kraft, um mich zu wehren.
Am nächsten Morgen
muß ich ganz normal arbeiten,
muß funktionieren!
Keiner ahnt, was mit mir los ist
und ich kann nicht jeden Morgen sagen:
"schlecht geschlafen"
Hört das irgendwann mal auf?

ANGST

...Schritte zu hören,
die sich heimlich nähern,
um mich zu verletzen.

...einzuschlafen
Wie oft wurde ich schon brutal
oder auch zu zärtlich geweckt?
Ohne Vorwarnung.

...mich umzuziehen
was ist,wenn er jetzt hereinkommt?

...duschen zu gehen
nutzt er die Gelegenheit?

...alleine mit ihm zu sein,
er kennt jeden Trick,
um den Rest der Familie loszuwerden.

...morgens aufzustehen,
was würde er sich heute
einfallen lassen, um an mich heranzukommen?

Den ganzen Tag über
hatte ich Angst
und die Gewißheit,
daß er es doch wieder irgendwie
schaffen würde,
mich zu mißbrauchen.

DER TRAUM!!!

Es war einmal ein kleines Mädchen, das in einer chaotischen Familie aufwuchs. Es hatte 6 Geschwister,die alle schwer durcheinander waren. In der Familie wurde gerne geschlagen, mißbraucht, mißhandelt und getrunken. Aber keiner von außerhalb bekam mit, was in der Familie passierte. Deshalb hatte sie eine große Macht, so groß, daß sie alle Kinder zerstörte. Das erste Kind verließ die Familie für immer, als es alt genug war. Das zweite Kind wurde gewalttätig und landete im Gefängnis. Ein Kind kam in ein geschlossenes Heim. Ein weiteres heiratete selbst einen Mißbraucher und bekam zwei Kinder von ihm. Ein Kind wurde selbst zum Täter und ein Kind lebte mit einem verheiratetem Mann zusammen und bekam 3 Kinder. Das kleine Mädchen aber, wollte nicht so werden, wie seine Geschwister und so machte es sich auf die lange Reise des Lebens. Es suchte den Sinn seines Daseins und lernte viele unterschiedliche Menschen kennen. Einige waren geschockt, über das, was das Mädchen erlebt hatte und zogen sich zurück. Sie wollten es nicht glauben. Andere glaubten es, waren aber selbst nicht so stark, ihr die nötige Hilfestellung zu geben, die sie zum Leben brauchte. Wieder andere versuchten, ihr ihre eigenen Lebensweisheiten aufzudrängen und waren der Meinung, dies wären die einzig richtigen. Das kleine Mädchen tat so, als ob sie allen zuhören würde,starb aber von innen ab, weil es niemanden gab, der sie so haben wollte, wie sie war. Alle wollten sie veränderten, ihr den richtigen Weg zeigen, was ja auch ganz lieb gemeint war, aber die Leute vergaßen, daß jeder seinen eigenen Weg hat. Das Mädchen verfiel in tiefste Depressionen, fühlte sich ungeliebt und lebte mit dem Gedanken, sich früher oder später sowieso das Leben zu nehmen. Aber der Tod war auch wieder ein Risiko und das Mädchen hatte Angst, weil sie nicht wußte,was "danach"ist. Der Himmel? Die Hölle? Sie war sich nicht sicher! Also quälte sie sich weiter durch`s Leben und die Depressionen wurden schlimmer und schlimmer. Das Loch wurde tiefer und tiefer,bis schließlich gar kein Licht durchschimmerte. Lange Zeit saß sie in diesem Loch und sie erschrak richtig, als sie plötzlich ein dünnes Stimmchen vernahm, das sagte :"Was machst Du denn hier? Du gehörst doch gar nicht hierher. Zeig`,was in Dir steckt und verstecke Dich nicht hinter Deiner Vergangenheit. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Das Mädchen hörte genauer hin und vernahm plötzlich alle Stimmen der Leute, die sie mochten und die alle das gleiche sagten. Und das kleine Mädchen ging hinaus in die Welt und Schritt für schritt bekam sie das vom Leben, was sie sich wünschte und noch viel mehr!!!

GEFÜHLSCHAOS

Ein riesiger Knoten
voller Wut und Hass
sitzt in meinem Bauch fest.
Es lösen sich
Fäden aus Stahl
aus dem Knoten heraus,
die andere verletzen könnten
und ich frage mich,
was wird,
wenn sich der Knoten ganz löst
und die Stahlfäden
aus mir herausexplodieren???

TRAUERWEIDE

läßt tief Deinen Kopf hängen. Der Wind
stößt Dich hin und her
und Du
arme Trauerweide
wehrst Dich nicht.
Trauerweide,
ich weiß, es ist schwer,
aber fang wieder an
stolz zu sein,
so stolz,
daß Deine Äste stark werden
und sich gegen den Wind
wehren können.
Denn nur so
bist Du stark genug,
um in dieser harten Natur
bestehen zu können.

DER GRAUE SCHLEIER

Ein grauer Schleier liegt über mir.
Ich stehe zwischen Leben und Tod.
Meine Gedanken verfliegen
genauso wie meine Erinnerungen
im Wind.
Ich fühle nichts
NICHTS
Nur Leere.Ein Loch-schwarz und abgrundtief.

Ein Lichtstrahl bahnt sich schwach
den Weg durch den Schleier.
Regenbogenfarben tauchen auf
und drehen sich so schnell wie ein Kreißel.

Ich lasse mich ins Licht fallen
und meine Gedanken und Erinnerungen
kehren zu mir zurück.
Die Grautöne sind verschwunden.
Alles ist bunt und schön.
DAS LEBEN HAT MICH WIEDER!!!


Die Bäume und die Äpfel

Du hast Recht, Papa,
mir fehlt nichts, wirklich.
So schlimm war das Verbrechen gar nicht,
das du begangen hast,
stimmt, Papa.

Mir gehört noch so viel:
die Sonne und der Mond,
der Himmel und die Erde,
die Bäume und die Äpfel,

Ich kann tanzen und hüpfen und springen,
ich kann mich freuen und jauchzen und lachen,
ich kann schreiben und sprechen und malen,
so viel gehört mir noch,
so viele Möglichkeiten sind mir alle noch gegeben.

Was macht da schon,
daß du dir das Beste genommen hast:
meine Seele und meinen Körper,
und sie verkrüppelt hast auf ewig,
was macht da schon,
daß ich nicht mehr sehr oft fröhlich sein kann,
- DAS LEBEN IST EBEN KEIN FEST! -

Was macht da schon,
daß ich mich nur dann sicher fühlen kann, wenn ich alleine bin,
immer unberührt bleiben muß, also,
aber mich doch so sehr nach Nähe sehne,
nach Geborgenheit,
- ANDERE MENSCHEN HABEN AUCH KEINEN PARTNER! -

Was macht da schon,
daß ich nie ein Kind gebären werde, nie wissen werde,
wie es ist, Mutter zu sein,
- DIE WELT LEIDET OHNEHIN AN ÜBERBEVÖLKERUNG! -

Was macht da schon,
daß i c h mich die ganze Zeit schuldig fühlte,
glaubte, ich sei einfach 'mieses Menschenmaterial',
verzweifelte, weil ich nicht sein konnte, wie die anderen,
- ALLE HABEN MANCHMAL SCHULDGEFÜHLE,
DAS GEHÖRT HALT ZUM MENSCH SEIN DAZU! -

Was macht da schon,
daß ich nie wissen werde, wie es ist,
Sex zu haben mit einem Mann, der einen liebt,
und keine Schmerzen zu haben dabei,
WAS MACHT DAS SCHON?

Mir gehört ja sonst noch so viel.

von UNICORN


Es ist kalt und dunkel.
Ich fürchte mich.
Hände greifen nach mir,
wollen mich fortziehen
in ein endlos tiefes Loch.
Laßt mich los, laßt mich gehen!
Doch sie bleiben.
Es sind meine Erinnerung,
ich werde sie nicht los.
Sie verfolgen mich.
Ein kleines Mädchen wird in die Ecke gezerrt,
was geschieht mit ihr?
Sie weiß es nicht.
Es hat Angst,
sie will das nicht,
doch sie weiß sich nicht zu wehren.
Das kleine Mädchen wird ä,lter,
und plötzlich sind diese kalten Hände da
und greifen nach ihr.
Was ist das,
Bilder aus der Vergangenheit tauchen auf.
Es ist so kalt.
Kann mich nicht bewegen.
Auf einmal kommt mir Wärme entgegen.
Diese Wärme kommt von dir.
Dankbar lasse ich mich von dieser Wärme umhüllen.
Doch es dauert nicht lange,
und die kalten Hände sind wieder da.
Sie sind stärker,
und entziehen mich deiner Wärme.
Ich kann mich nicht dagegen wehren,
so sehr ich es auch versuche.
Halt mich fest, laß mich nicht los!
Sonst verliere ich diesen Kampf,
und bin für immer verloren.
von Jaina


Falscher Engel

Du schmeichelst mir mit lieben Worten
Deine Ähnlichkeit macht mich verschwinden
meine Seele spricht auch noch mit Toten
jetzt will sie mich am Spüren hindern

So zart meine Hand Vertrauen suchte
entglitt sie mir auf schlüpfrigem Wege
was sie verlangte und verbuchte
war Deine unverschämt besitzende Nähe

Du bist so gut und auch so böse
Du bist ein Engel im Schreckensgewand
auf das ich mich nun selbst erlöse
von Schuld und Scham und Schand

Mein lieber Bruder und auch der Täter
sind längst schon weggegangen
doch der falsche Engel
ist im Gestern fest gefangen

Wenn ich die Augen öffne
so sehe ich ganz klar
Nimm mir Deinen Schatten aus der Sicht
offensichtliches wird offenbar

so still so kalt

Wenn Seelen vor Kummer sterben
und meine am Haß vergeht
kann Liebe nicht dafür stehen
das Ihr aus Liebe quält

es ist der Wolf der im Schafspelz wohnt
es gibt keinen Gott der Demut belohnt
es ist nicht der Täter der seinem Opfer verzeiht
es gibt keinen Schläger der Dir Schönheit verleiht

Du bist so still Du solltest schreien
Du wirst gepeinigt aus freiem Willen

wenn Deine Seele vor Kummer stirbt
wird meine am Haß vergehen
Liebe kann nicht dafür stehen
das Du aus Liebe stirbst

wenn Ohnmacht sich als Macht begreift
wenn Du auf konsequenzen pfeifst
wenn alle Schuld beim Täter bleibt
bist Du innerlich befreit

Du bist so kalt Du solltest fühlen
Du wirst benutzt aus freien Stücken
Dein kampf gehört zu mir

wenn keine Seele vor Kummer stirbt
wird meine ihren Haß verlieren
Liebe kann nur da entstehen
wo sie gestreichelt wird

Eine Betroffene

von der lieben Alex

Sandkorn!

Einsam, nicht wie ein kleines Sandkorn in der Wüste, warte ich darauf Antwort auf meine Fragen zu finden, warte ich darauf mit jemanden zu reden der mich versteht.

Ich bin ein einsames Sandkorn, das viele Farben hat und nicht immer ein Sandkorn ist.
Manchmal werde ich zur Wasserquelle in der heissen Wüste und manchmal bin ich der Kaktus der dich mit meinen Stacheln verletzt...
aber einsam bin ich immer!


Drei Wünsche

Drei Wünsche, die einer Seele entspringen, einer Seele, so unendlich verletzt

Der erste Wunsch : Freiheit

Frei sein; von quälenden Erinnerungen an eine Zeit, in der mir Schmerz und Leid zugefügt wurde.
Frei sein ; von Wut und Hilflosigkeit.
Wut, schmerzende Wut auf Menschen denen ich vertraute und die mich in unendlicher Hilflosigkei tzurück ließen.

Mein zweiter Wunsch : Würde & Vertrauen

Wer hat meine Würde verteidigt, als ich noch Kind , zur Frau gemacht wurde ?
Wer stand auf und gebot diesen Unholden Einhalt bei ihrem grausigem Werk ?
Sie nahmen mir meine Würde und gaben mir Mißtrauen in meine kleine Seele !

Mein dritter Wunsch : Balance

Ich wünsche mir so sehr diese Balance, damit ich zu mir finden kann.
Seit Anbeginn meines Weges war ich auf der Suche nach mir, werde ich mich finden ?
Die Frage, die da bleibt ; Warum muß ich noch heute büßen, wo ICH doch frei bin von Schuld ?

Ich würde gerne Alles vergessen,
doch niemals Verzeihen !

by U.R.

von Werner

OASE

Meine Heimat ist eine Oase
mitten in der Wüste
Das war nicht immer so,
Einst war sie Teil eines Waldes,
doch die Oase ist in die üste gezogen.

Die Oase ist umzingelt von drohenden Sandbergen
Alles ist schwarz
verkohlt
tot.
Die einstigen Gebäude sind rauchende Ruinen
Nur die Quelle ist noch zu sehen.

Ich trage den Sand
eimerweise, von einem Ende zum anderen
durch die Oase,
damit die Wüste nicht alles bedeckt,
denn unter der Asche
ist noch ein Keim von Leben.

Ich sollte Mauern um sie bauen,
davor Dornenhecken anpflanzen
und den Lebenskeim von der Asche befreien,
damit er wieder austreiben kann.

Doch ich trage den Sand
in Eimern von einem Ende zum anderen,
damit die Wüste nicht alles bedeckt.


Dieses Gebet/Gedicht ist von Carola Moosbach, die seit kurzem eine eigene Seite im Netz hat.
Carola Moosbach@gmx.de

Such- und Klagegebet

Mit der Anrede fängt es schon an Gott
Du unbekannte Größe mit vier Buchstaben
die mir nicht aus der Seele will

Sag mir wie soll ich Dich nennen?
Es ist besser wenn Du nicht zur Familie gehörst Gott
mit denen spreche ich nicht

"Vater" ist der der mir die Seele gemordet hat
der mir beibrachte ein stinkender Lappen zu sein
dazu da seinen Samen zu schlucken
Soll ich Dich wirklich "Vater" nennen Gott?

"Mutter" ist die die mir ein Loch in die Seele brannte
die mich lehrte ein Mülleimer ihrer Sorgen zu sein
Soll ich Dich wirklich Mutter nennen Gott?

Nur gut daß ich keine Schwestern hatte Schwester Gott
aber darunter kann ich mir nichts vorstellen

Und wo warst Du als ich in dem Keller war
und mein Vater über mir Gott?

Als ich vom Rand der Erde gesprengt wurde
um als Gesteinsbrocken durchs Universum zu kreisen
wo warst Du da Gott?
Es stimmt nicht daß man aus Dir nicht herausfallen kann

Und was hast Du zu tun mit diesen schleimigen Pfaffen
die Dich an die Mächtigen verschachern
und familiären Umgang
mit Deinem Bibel-Buch pflegen Gott?

Und was soll ich mit Deiner Liebe anfangen Gott
wenn sie auch meinem Vater gilt?

Ich weiß
es gibt da einen Strom
ein zartes Gewebe das die Erde zusammenhält
ein Schweben über den Tönen der h-Moll Messe
und ich weiß das bist Du Gott
aber ich verstehe es nicht und es bringt mich zum Weinen

Bitte finde mich bald Schwester Gott

Carola Moosbach, aus: Gottflamme Du Schöne. Lob- und Klagegebete,
Gütersloher Verlagshaus 1997


Das erste Gedicht einer Überlebenden und ich darf es hier veröffentlichen. Danke.
claudiclauda@gmx.de

Sprachlos

Tief im Innersten verborgen
liegt der Kindheit grausam Leid
diesen Schmerz heilt keine Liebe
diesen Schmerz heilt nicht die Zeit.

Immer bluten diese Narben
ganz tief unter deiner Brust
und du weisst nur eins ganz sicher:
dass du es verschweigen musst.

Und was solltest du auch sagen
kannst es selber nicht verstehen
sprachlos stehst du vor der wahrheit
musst dich weigern, sie zu sehen.

Lebenslang heisst deine Strafe
niemals wirst du glücklich sein
immer spürst du diese Narben
immer bist du ganz allein.

Zu vertraut ist schon das Schweigen
und die Angst schon zu gewohnt
ständig stellst du dir die Frage
ob das Leben sich noch lohnt.

Kannst nicht sprechen, kannst nicht reden
keinem in die Augen sehen
wirst mit all den bösen Träumen
einmal aus dem Leben gehen.


Diese Mail habe ich von einem Überlebenden erhalten, es ging ihm zu diesem Zeitpukt sehr schlecht, trotz allem möchte ich sie nicht vorenthalten.
Da sicher nochmehr Überlebende davon betroffen sind und ich immer wieder gemailt bekomme, wie sehr diese Texte auf Euch wirken, habe ich mich entschlossen diese Mail zu veröffentlichen.
Christa

Bitte überlege Dir, ob du weiterlesen willst; hierhin habe ich die Gedanken zu meiner "Zerfleischungsaktion" verschoben, und wenn du dich nicht gut fühlst, solltest Du vielleicht nicht weiterlesen. ;-) Ich habe über die Schnitte im Arm nachgedacht; Am Donnestag waren sie noch sehr klein und eigentlich eher Kratzer; Sie sind mittlerweile schon fast wieder verheilt und nur noch als rote Striche zu sehen. Die vom Freitag waren dann schon bedeutend länger, am Samstag wurden sie zwar nicht länger, aber tiefer und zahlreicher (vom Samstag habe ich die meisten) - Langsam habe ich Routine bekommen, ich höre, wann die Haut- und Fettschicht durchtrennt ist, und der Schnitt ins Fleisch geht. Ich weiss jetzt, wie fest ich mit dem Messer aufdrücken muss, um die darunterliegende Muskelschicht zu erreichen; Ich kenne den Schmerz, der mir zeigt, dass ich durch die Haut bin. Der Schmerz ist dabei aber eher nebensächlich.- Heute habe ich mich noch nicht schneiden müssen... Diese Dynamik ist es, die mir Angst macht. Die Schnitte werden grösser und tiefer. Wie tief gehen die nächsten? Es automatisiert sich... Was geschieht, wenn ich tatsächlich eine wichtige Ader verletze, oder ein Schnitt dann doch medizinisch versorgt werden muss? Wie erkläre ich das "Muster" einem Arzt? Was wird der dann tun? Gibt es da Vorschriften, und ich werde irgendwo zwangseingewiesen? Ich hatte und habe zwar nicht vor, mir das Leben zu nehmen, aber wenn ich einmal den Gedanken haben sollte, wüsste ich vermutlich genau, wie fest ich zudrücken muss. Bei diesem Gedanken schaudert mir ein wenig. Ich will weiterleben! Aber wenn mir in einem seelischen Tief der Gedanke käme, wäre ich vermutlich sehr gründlich...


Hallo, liebe Internetzfrau!

Habe Deine Seiten gelesen...vielmehr bestaunt und bewundert! Kann ich auch dazu kommen? Ich habe zwei lyrische Gedichte:

Opfer
Wer sind sie
welch Geistes Kinder
die Kinderseelen
wie Schmetterlingen
nachstellen
Am hellichten Tag
in bester Gesellschaft
um, wenn überhaupt,
dazu befragt,
von "Kinderliebe"
zu reden
Wer sind die
die dazu schweigen
so tun, als gäbe nicht
was nicht sein darf?

(Ulrike M. Dierkes)

Mein Vater

Mein Vater malte
wenn er nicht missbrauchte
Dann war er
ein begnadeter Künstler.
Mein Vater moralisierte,
wenn er nicht missbrauchte
Dann war er
Schöffe an einem Gericht.
Dort hatte er viel Wut
auf Ungerechtigkeiten,
er sagte oft:
"Der Gerechte muss
viel leiden!"
Er war ein guter Vater
sagten d i e Frauen
bis über seinen Tod
hinaus,
die ihn "trotz allem"
liebten.
Hat er das verdient,
fragten sie feindselig,
dass du, sein geliebtes Kind
aus diesem Vater-Inzest
so schlecht über ihn
schreibst und sprichst?
Noch dazu im Fernsehen?

(Ulrike M. Dierkes)
melinaeV@t-online.de

Melina e. V. ein Verein für Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung

es gibt tage, da ist alles leicht und klar. an diesen tagen scheint es mir, als seien die raeume in meinem turm riesig und die waende aus glas und es gibt sogar kleine tueren, die es mir ermoeglichen hinaus zu treten, ohne angst, ganz frei und selbstbewusst. bieten die glaesernen waende mir doch die moeglichkeit zuvor einen blick zu wagen um mich dann in der schoenheit des horizontes zu verlieren.

gierig nach leben trete ich hinaus und spuere eine kraft in mir, den turm, in dem ich lebe, hinter mir zulassen, ueber den graben, der ihn um gibt, zu springen und mir einen weg durch das dickicht der waelder zu schlagen, um meine welt zu erobern. mit viel anlauf schaffe ich es dann manchmal auf die andere seite zu gelangen und in den wald zu laufen, der mich freundlich aufnimmt. lebensfroh und mit zaertlichem blick streife ich umher und schliesse freundschaft mit den mich bezaubernden bildern der lebendigen natur, und den zufaelligen begegnungen.

doch je tiefer ich in den wald hineinlaufe desto groessere herausvorderungen stellt er mir vor, will, dass ich mich behaupte und durchsetze, denn nur so gibt er mir ein weiteres stueck weg frei. das sei der preis fuer mein glueck, fluestert er mir zu. bald werden die aufgaben dann zu gross, zwingen mich in die knie, ziehen mich aus und nehmen meine ganze kraft. dann ist es ploetzlich kalt um mich herum und die dunkelheit bricht ein. all die schritte die hinter mir liegen, all das schoene das ich dabei entdeckte ist in diesen momenten nichts mehr wert. angst breitet sich in mir aus. das kleine maedchen fuerchtet sich in der dunkelheit, alles ist ploetzlich riesengross und rueckt immer naeher. es wird gefaehrlich fuer mich so nackt und veraengstigt draussen zu liegen, wenn mich so jemand findet habe ich keine chance. da sehe ich ein offenes tor, nicht weit von mir entfernt.

es scheint mir schutz bieten zu wollen vor dem grauen der freiheit. eine dicke runde mauer umgibt dieses tor und innen brennt einladend ein kleies feuer. es sind nur ein paar schritte bis ich wieder sicher bin und mich ausruhen kann, ich muss nur ueber die heruntergelassene bruecke den graben uberqueren und hinein gehen...

grad als ich mich erschoepft ans feuer lege zieht sich die bruecke hoch und verschliesst den turm. ich bin nun sicher, niemand wird hier eindringen koennen. auch nicht durch die fenster, alle sind mit eisenstangen fest verriegelt. trotzdem bin ich nicht lange in sicherheit, mein groesster feind braucht keine oeffnungen in fenstern oder mauern um mich zu erreichen, er braucht nur einen kleinen spalt in meinem selbstvertrauen zu finden um sich breit zu machen und alles zu vernichten was mich ausmacht. jedesmal wenn ich zuflucht in dem verlockenden turm suche laufe ich ihm direkt in die arme.

maike


Aufrecht gehend,
immer wieder gebeugt,
unbeugsam,
immer weitergehend.
Aufrecht,
erhobenen Hauptes,
trotz aller Scham und Schuld,
niedergezwungen auf den Knien,
rutschend und strauchelnd,
doch wieder Aufrecht,
dem Leben entgegen gehend,
es mit den Armen umschliessen,
festhalten, nicht loslassen,
daran reiben,
einwenig nur schnuppern,
sehnend danach Ausschau halten,
die dunkle Last loswerden,
damit das Lachen wieder einzieht,
mich umschliesst, streichelt und kuesst,
Leben, Lachen, ich vermisse Dich.

Christa


von Rosemarie

Die Menschen sind wie Hühnerfedern,
die im Wasser treiben!
Geordnet durch die Vorsehung,
doch verwirrt durch die Gegenwart!


Anonym

Damals, als Du mit Deinem Pflug durch meine Seele gefahren bist, hast Du sie in tausend Stücke gerissen.

Heute bin ich nur damit beschäftigt, diese Stücke zusammen zu halten, doch immer wieder kommen Menschen an meinem Acker vorbei, um die mühsam mit Bändern zusammengebundenen Brocken auseinander zu reissen. Sie bohren mit Messern darin herum. Treten mit den Füssen und schlagen mit den Fästen zu, nur um Schmerz zu zufügen.

Und wieder bin ich damit beschäftigt, den Schaden zu beheben, die zerrissenen Bänder neu zu verknoten, damit der Schmerz die Seele nicht auseinanderfallen läßt.

Der Plug hat Alles zerstört und läßt mich ruhelos suchen, suchen nach der Liebe, die das Kind nie bekommen hat, die es aber immer noch haben will.

Bettelnd ziehe ich umher, manchmal sogar auf den Knien. Nirgends find ich eine Bleibe, ich stinke und bin ekelhaft, keiner will mich haben. Wie hätt ich es auch verdient.

Doch irgendwann, wenn auch mein Körper wieder zu Erde wird, wird die Seele wieder ohne die Bänder vereint sein, in der Erde, meiner Mutter.

Die Traurigkeit laß ich dann auf der Erde zurück und fliehe mit heiler Seele ins Unendliche.


Anonym
Von der Schwierigkeit zu lieben!

"Bitte höre, was ich nicht sage! Laß Dich nicht von mir durch das Gesicht täuschen, das ich Dir zeige, denn, ich trage tausend Masken. Masken, die ich fürchte abzulegen und, keine davon bin ich! So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde, aber, bitte lasse Dich dadurch nicht täuschen.

Ich mache den Eindruck, als sei ich fröhlich, als sei alles sonnig und glücklich in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und Sicherheit, und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser, so, als ob ich niemanden bräuchte.

Aber, bitte glaube mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist nur meine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes, dahinter bin ich wie ich wirklich bin: verwirrt, voller Angst, einsam und allein. Aber ich verberge das, ich möchte nicht, daß es irgend jemand merkt. Beim bloßen Gedanken daran bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen zu offenbaren. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich schutzsuchend verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre gerade dieser Blick meine Rettung, wenn er verbunden wäre mit Wärme, mit Gefühl, mit Liebe. Das ist das Einzige, was mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selbst noch nicht geben kann, weil ich es nie gelernt habe, die ich aber so sehr brauche: daß ich wirklich etwas wert bin.

Aber das sage ich Dir nicht, ich traue mich nicht, denn ich habe Angst davor. Ich habe Angst, daß Dein Blick nicht von Wärme und Liebe begleitet sein könnte und ich fürchte, Du wirst gering von mir denken und über mich lachen, und - Dein Lachen würde mich umbringen.

Ich habe Angst, daß ich tief in mir selbst nichts bin, nichts wert, und daß Du das sehen könntest und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, ein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen.

Ich rede daher in gängigem Ton oberflächliches Geschwätz. Ich erzähle Dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit. Deshalb lasse Dich bitte nicht täuschen von dem, was ich gewohnheitsmääßig daherrede. Bitte höre sorgfältig hin und versuche wahrzunehmen, was ich nicht sage, was ich so gerne sagen würde, was ich um des Überlebens willen rede und was ich nicht sagen kann.

Ich verabscheue dieses oberflächliche Versteckspiel, das ich da aufführe, denn es ist unecht und ich wäre so gerne echt, ehrlich und spontan - einfach ich selbst. Aber Du kannst mir helfen. Du kannst Deine Hand ausstrecken, selbst wenn es das Letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Du kannst dabei helfen, diesen leeren, toten Glanz von meinen Augen zu nehmen, Du kannst mir helfen, mich zum Leben zurückzurufen.

Jedesmal, wenn Du freundlich und sanft zu mir bist und mir Mut machst, jedesmal, wenn Du versuchst, mich zu verstehen weil Du Dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel - sehr kleine Flügel, brüchige Schwingen, aber Flügel! Dein Gespür, Dein Mitgefühl und Dein Verstehen hauchen mir Leben ein weil ich Dir vertraue, und, ich möchte daß Du das weißt.

Ich möchte, daß Du weißt, wie wichtig Du für mich bist, wie sehr Du mir helfen kannst, der Mensch zu werden, der ich in Wahrheit bin - wenn Du es nur willst. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als daß Du das wolltest. Du kannst mir helfen, die Wand niederzureißen, hinter der ich zittere, bei Dir würde ich mich so gerne trauen können, die Maske abzusetzen, damit Du mir Wege aufzeigen kannst, wie ich mich aus meiner Schattenwelt, aus meiner Angst, meiner Unsicherheit und dieser inneren Einsamkeit befreien kann. Bitte übersieh mich nicht.

Es wird nicht leicht für Dich sein, denn die lang andauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern, und ich würde so gerne auf Deine Geduld vertrauen. Und ich habe Angst davor, daß je näher Du mir kommen wirst, ich umso blinder zurückschlagen könnte. Ich wehre mich aus Angst gegen das, wonach ich schreie. Aber, man hat mir gesagt, daß Liebe stärker sei, als jeder Schutzwall, und darin liegt meine Hoffnung. Bitte versuche mir zu helfen, diese Mauern einzureißen, mit sicheren und sehr vorsichtigen Händen, denn dort bin ich immer noch das kleine Kind und somit sehr empfindsam.

Wer ich bin, möchtest Du wissen??? Ich bin jemand, den Du sehr gut kennst, denn ich bin fast jedermann, den Du triffst, jede Frau und jeder Mann, die Dir begegnen!"



Der Fremde!

Nun herrscht Ruhe, tiefe Stille,
all das, woran die Seele starb
gebrochen, selbst der letzte Wille,
ist nicht mehr in dem Fremden wach.

Wo warst Du, Freund, Du ohne Namen,
Du ohne Augen, Mund, Gesicht?
Man fragte leis nach Deinen Armen,
doch Deine Ohren hörten nicht!

Sie blieb aus in diesen Tagen,
als kein Licht mehr brennen wollte,
die Antwort auf so viele Fragen,
die die Nacht erhellen sollte.

Eilig sucht der Trost das Weite,
verzweifelt die Figur im Spiel,
die Trauer findet kein Ventil.

Geschlossen ist die offene Hand,
das Gefühl zur Faust geballt,
unzerstörbar ist die Wand,
gemauert zwischen warm und kalt.

Das Glück - im Unglück ist's ertrunken,
das Lachen ist im Fluß erstickt.
Die Sonne, längst ist sie gesunken,
die Lebensblüte, - abgeknickt.

Du ahnst, das Herz, es liegt in Trümmern,
willst es gar nicht mehr verstehen,
hast Angst, Dich um die Angst zu kümmern,
es ist leichter, wegzusehen.

Am Schluß, die Seele ist betagt,
bereit nun für die letzte Reise,
es wird nicht mehr nach Sinn gefragt,
- das tote Wort allein, ist weise.

So laß sie los, Du fremdes Sie,
die Leere die Du nie gestützt,
es kommt der Tag, da fragst Du, wie
erreich ich den, der mich beschützt?

Denn im Finale eines Lebens,
- war der Glaube an die Wende,
und die Hoffnung doch vergebens -
hat auch die fremde Zeit ein Ende


Von Angela Martin

Haß
Deinen Haß den habe ich gespürt.
Und mit der Macht mit der Du mich
mißbrauchtest hast Du mich zerbrochen.
Ich flüchtete aus Angst.
Doch meine Seele starb.

Angst
Ich habe Angst mich zu zeigen.
Ich habe Angst vor Gewalt.
Ich habe einen tiefen Frust.
Und wo beibt meine Lust!

Liebe
Ich habe Dich geliebt.
Mit leidenschaftlicher Hingabe.
Ich habe Dich geliebt.
Mit kindlicher Unschuld.
Mit meinem kleinen Herzen.
Ich habe Dir meine ganze Liebe gegeben.
Und Du hast mich mißbraucht!

Verzweiflung
Ich war Deine Geliebte.
Ich war Deine Nutte.
Warum hast Du mich so gedemütigt?

Wut
Tief in meiner Seele verachte ich Dich
Für das was Du mit mir getan hast.
Ich werde Dir das nie verzeihen.
Doch ich will trotzdem leben.

Schmerz
Ich spüre ihn in meinem ganzen Körper.
Er macht mich blind.
Er macht mich taub. Manchmal bin ich wie gelähmt.
Ich funktioniere nur noch wie eine Maschine.
Und fühle mich so unendlich leer.
Dann bin ich taub vor Schmerz.

Tränen
Tränen bedecken mein Gesicht und meine Augen.
Sie kommen aus einer Quelle tief in meinem Inneren.
Sie bewässern einen verkümmerten, vertrockneten Boden.
Und sie machen ihn fruchtbar.

Kummer
Kummer bringt viel Traurigkeit, Leid und Schmerz.
Doch ich werde ihn überwinden.
Und wenn ich bis zum Ende des Himmels hinaufklettern muß.
Denn in mir steckt eine unerschöpfliche Kraft.

Vertrauen
Vertrauen ist sich selbst zu vertrauen.
Und "NICHTS" aus dem Weg zu gehen.
Vertrauen ist der Mut zum Leben.
Vertrauen ist niemanden im Stich zu lassen.

Leben
Leben ist Liebe, Freiheit, Fülle, Sattheit, Freude.
Liebe, Freiheit, Fülle, Sattheit, Freude, ist Gefühle,
Sex, Freunde, Geld, Arbeit, Beziehungen zu Allen Dingen
Intimität, Einsamkeit, Kummer und Leid.
Das alles und vieles mehr ist Leben.
Und es bereichert uns.

Seele
Meine Seele ist so schwarz.
In ihr lauern die tiefsten Abgründe.
Ich bin eine mißbrauchte Frau.

Preiserhöhung
Viel zu lang und viel zu oft
habe ich mich zu billig verkauft.
Doch im Rahmen allgemeiner Preiserhöhungen
bin auch ich teurer geworden.
Denn ich bin ich und habe meine Vorstellungen
und Bedürfnisse.
Das ist beste Qualität.

Rauf